Der Virenscanner meldet einen Fund, der PC verhält sich merkwürdig langsam, oder unbekannte Programme starten von selbst: Anders als bei einem Ransomware-Vorfall, bei dem Dateien bereits sichtbar verschlüsselt sind, ist die Lage bei einem allgemeinen Virenverdacht oft weniger eindeutig, aber die Grundregel bleibt ähnlich.
Die kurze Antwort: Ja, im Zweifel trennen
Bei jedem ernsthaften Verdacht auf eine Infektion sollte das betroffene Gerät vom Netzwerk getrennt werden, Netzwerkkabel ziehen oder WLAN deaktivieren, bevor weitere Schritte folgen. Das verhindert eine mögliche Ausbreitung auf andere Systeme im selben Netzwerk, unabhängig davon, wie harmlos sich der Fund am Ende herausstellt.
Wie ernst ist der Fund wirklich?
- Der Virenscanner hat den Fund automatisch blockiert oder in Quarantäne verschoben: Das ist ein gutes Zeichen, die Schutzsoftware hat funktioniert. Trotzdem lohnt sich eine kurze Prüfung, wie die Datei überhaupt auf das System gelangt ist.
- Der Fund konnte nicht automatisch entfernt werden: Hier ist Vorsicht angebracht, das Gerät sollte isoliert und genauer untersucht werden.
- Ungewöhnliches Verhalten ohne konkreten Scanner-Fund: Neue Symbolleisten, unerklärliche Pop-ups, spürbar verlangsamtes System, das kann auf Schadsoftware hindeuten, die vom Virenscanner noch nicht erkannt wird.
Was Sie nach dem Trennen vom Netzwerk tun sollten
- Notieren Sie, welche Datei oder welches Programm den Fund ausgelöst hat, und wann das ungewöhnliche Verhalten zuerst auffiel.
- Prüfen Sie, ob dieselbe Datei kürzlich per E-Mail-Anhang, USB-Stick oder Download auf das System gelangt sein könnte.
- Informieren Sie Kollegen, die möglicherweise dieselbe E-Mail oder denselben Anhang erhalten haben, bevor sie ihn öffnen.
- Ändern Sie sicherheitshalber Passwörter, die auf dem betroffenen Gerät zuletzt eingegeben wurden, von einem anderen, sauberen Gerät aus.
Virus, Spyware oder Adware: Der Unterschied zählt für die Reaktion
Nicht jede Schadsoftware verfolgt dasselbe Ziel. Ein klassischer Virus verbreitet sich und beschädigt Systeme, Spyware sammelt unbemerkt Daten und Zugangsinformationen, Adware blendet vor allem aufdringliche Werbung ein, ohne notwendigerweise größeren Schaden anzurichten. Für die erste Reaktion, sofort trennen, gilt bei allen dreien dieselbe Vorsicht, für die anschließende Einschätzung des tatsächlichen Risikos macht die Unterscheidung aber einen erheblichen Unterschied, insbesondere bei der Frage, ob Zugangsdaten als kompromittiert gelten müssen.
Wie IT-Notruf-Saar unterstützt
Bei Virenverdacht unterstützt IT-Notruf-Saar bei der Einschätzung, wie ernst der Fund tatsächlich ist, bei der Bereinigung des betroffenen Systems und, im Rahmen des IT-Schutzbriefs, bei der laufenden Pflege von Virenschutz und Sicherheitsupdates, damit solche Funde seltener werden.
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